Thursday, October 9, 2008

Videobotschaft

Heute mal auf deutsch:

Den gestrigen Feiertag habe ich genutzt um ein bisschen "alleine zu reisen". Mein Gefuehl dabei habe ich in einer Videobotschaft festgehalten:


Ich bin dann also einfach in einen beliebigen Bus eingestiegen, um zu sehen wohin es mich trägt. Der Bus war recht voll und fürs erste hatte ich nur einen Stehplatz in der Nähe des Fahrers. Ich nutzte die Gelgenheit mir all die Verziehrungen im Cockpit genauer anzusehen. Die Windschutzscheibe war zweigeteilt und der verbindende Blechstreifen war mit allerlei Paraphernalia geschmückt. Obenwar die übliche Konstellation von Ganesh, dem Elephantenköpfigen Gott und zwei anderen, mir unbekannten Göttern zu seiner Rechten und Linken. Die LED-leuchten, die normalerweise farbenfroh blinkend die Heiligen zieren waren ausgeschaltet oder vielleicht kaputt gegangen, unter dem ganzen Geholper der Busfahrt. Etwas weiter unten war noch eine Götterfigur, in einem kunstvoll gestalteten Holzkasten, der in seiner Form an einen Tempel erinnertet. Dazwischen war ein Dreizack, ein Insignium Shivas, auf den eine Limette und zwei Pepperoni gespießt waren. Ich glaube, dass schützt vor Unglück. Und dann war da noch ein Portraitphoto eines Mannes, dass ich wegen der altmodischen Brille in die 60er Jahre datiert hätte. Ich vermutete, dass es sich um einen religiösen Lehrer, einen Guru handelte. Wie ich von einem Passagier erfuhr war es aber lediglich der Besitzer des Busses. Scheint als ob er auf diese Weise das Schaffen seiner angestellten überwachte. Das Alles wird abgerundet von Blumenkränzen und noch ein paar bunten Lampen, die fröhlich blinken, wenn der Fahrer die Bremse betätig (nicht so oft). Ein typisch indischer Bus.






Und zum Schluss, ohne Zusammenhang, ein Zitat aus dem Anthropologie Buch, dass ich gerade lese:
For his part, the anthropologist assumes that the native is doing what he is doing, namely "culture." And so, as a way of understanding his subject, the fieldworker is obliged to invent a culture for him, as a plausible thing to be doing. But since plausibility is a function of the researcher's viewpoint, the "culture" that he imagines for the native is bound to bear a distinct relation to that which he claims for himself.
Roy Wagner: The Invention of Culture

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